Die Hirtenbachtalbahn

von Forchheim (Oberfr.) nach Höchstadt/Aisch

Forchheim war bis in die 50er Jahre ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt mit zwei Lokalbahnanschlüssen. Im Westen war Höchstadt an der Aisch das Ziel nach Osten fuhren die Züge in die Fränkische Schweiz bis Ebermannstadt und weiter nach Behringersmühle. Während bis Ebermannstadt bis heute der Personenverkehr aufrecht erhalten werden konnte, wurde bereits 1984 auf der Aischgrundbahn das letzte Stückgut am Bahnhof Höchstadt ausgeladen, und der letzte Personenzug nach Forchheim Abgefertigt.

Rund 100 Jahre früher bestand in den Städten Forchheim und Höchstadt gleichermaßen starkes Interesse an einer Bahnverbindung. Der Projekt sah vor eine Fernverbindung von Bayreuth über Forchheim und Höchstadt nach Württemberg zu errichten. Nachdem der Plan aufgrund der hohen kosten relativ schnell wieder aufgegeben werden musste, versuchte man eine 44 km lange Vizinalbahn von Forchheim über Höchstadt Neustadt/Aisch anzulegen. Dort sollte dann die Anbindung an die Strecke Nürnberg - Würzburg erfolgen. Die Stadt Bamberg sah jedoch in der Linienführung eine mögliche Beeinträchtigung ihrer Wirtschaftsbeziehungen zum Aischgrund und verhinderte so das Vorhaben.

Erst als die Stadtoberen von Nürnberg Fürth und Erlangen nur für den Bau einer Bahnstrecke von Forchheim nach Höchstadt eintraten, hatte dieser Plan erfolg und Bamberg das nachsehen. Die zwei Nachbarn Forchheim und Höchstadt fanden genügend Gründe um die Rentabilität, die Notwendigkeit dieser Bahnstrecke und den Nutzen dieser Strecke dem zuständigen Ministerium nachzuweisen. Ihren Untersuchungen zufolge würden Jährlich über 700000 Personen den Zug benutzen.

Am 16. November 1892 wurde die 23 km lange normalspurige Lokalbahn von der Bayerischen Staatsbahn eröffnet. Bis in die früher 60er Jahre wurde der Eisenbahnbetrieb mit Dampflokomotiven abgewickelt. Anfangs waren es Bayerische D7 und D11 später Loks der Baureihe 89. Ab 1959 dampften Loks der BR 86 nach Höchstadt bis auch hier in den frühen 60er Jahren die Diesellok Ära eingeläutet wurde. Von nun an prägten Loks der Baureihe V80 und V100 das Bild der Strecke.

1948 wurde zu einem Rekordjahr für die Aischtalbahn bei der Personenbeförderung. So benutzen doch fast 300000 Fahrgäste die Bahn. Waren es 1969 noch 77000 Personen wo die Bahn benutzen, so waren zu Beginn der 80er Jahre nur noch eine Hand voll Fahrgäste ein Alibi zu am Nachmittag übrig geblieben.

Nachdem die Einstellung des Personverkehrs für den Herbst 1984 beschlossen war, gründete sich noch im Frühjahr des selben Jahres der Localbahnverein Aischgrund. Sein Ziel war es einen Museumsbahnbetrieb auf dem 11 km langen Teilabschnitt von Hemhofen nach Höchstadt einzurichten. Dieses Vorhaben gelang jedoch nur zum Teil, als Vermittler für andere Museumsbahnen. Zwischenzeitlich hat sich der Verein aufgelöst.

Der Personenverkehr endete zum 30. September 1984. Mit V80 002 war es gelungen eine Streckentypische Lok der 60er und 70er Jahre vor den Sonderzug zu bekommen.

1992 feierte die Bahn ihren 100 Jährigen Geburtstag. Aus diesem Anlass veranstaltete der Localbahnverein Adelsdorf am 12. Juli 1992 ein großes Bahnhofsfest in Adelsdorf wo auch mehrere Sonderfahrten mit der DB Museumslook 50 622 stattfanden.

Der letzte Güterzug zwischen Hemhofen und Höchstadt fuhr am 2. März 1995. Die Stilllegung dieses Abschnittes erfolgte zum 1. Oktober 1995. Nach Hemhofen endete der Güterverkehr am 31. Dezember 1999. Im Jahre 2005 wurde dann auch dieser Abschnitt stillgelegt, da Bemühungen der Deutschen Regionaleisenbahn, die den Abschnitt eine Zeit lang gepachtet hatte, erfolglos blieben.

Am 4. September 2007 wurde schließlich durch das Eisenbahn-Bundesamt das Beteiligungsverfahren zur endgültigen Freistellung der gesamten 22,7 km langen Strecke eröffnet. Dieses wurde am 21. Februar 2008 antragsgemäß abgeschlossen, womit die Strecke nun auch juristisch nicht mehr existiert. Abschnittsweise sind die Flächen bereits verkauft worden, und werden nun für den Bau von Radwegen genutzt.